08.07.2026

Tammenshof „persönlich“:
„Das Haus hat immer wieder mit uns gesprochen“

„Ich bin immer wieder hier vorbeigefahren und war von diesem alten Gulfhof schon immer fasziniert“, erzählt Helmuth A. Brümmer. Er ist gemeinsam mit seiner Frau Gudrun der Schöpfer des Tammenshof. Als er das Ensemble im Jahr 2014 von der Ostfriesischen Landschaft kauft, weiß er noch nicht, was daraus werden soll. Für ihn steht aber fest: „Das historische Ensemble aus Steinhaus, Slingetuin und dem Tammenshof sollte wieder erstrahlen.“

Brümmer ist Unternehmer, arbeitet seit vielen Jahren in der Windenergie-Branche und hat eine Leidenschaft für historische Architektur. In den vergangenen Jahren hat er einen Gulfhof von 1887 umfassend saniert und ihn zu seinem Firmensitz gemacht; ebenso den alten Bahnhof von Bunde aus dem Jahr 1870.

„Unsere erste Idee war es, hier Ferienwohnungen und ein Café unterzubringen. In jedem Fall sollte das Original-Erscheinungsbild bei Mauerwerkt, Fenster und Türen wieder überall zum Vorschein kommen. Viele verschiedene Vorgaben von Behörden sorgten aber kurzzeitig wirklich dafür, dass ich keine Lust mehr hatte“, gibt Helmuth Brümmer zu. „Man braucht bei den vielen verschiedenen Genehmigungen und Abstimmungen, unter anderem mit der Denkmalbehörde, wirklich einen langen Atem.“ Seine Frau ergänzt schmunzelnd: „Ich habe oft an die Abrissbirne gedacht, aber dieses Haus hat immer wieder mit uns gesprochen.“

So fiel 2017 der Startschuss für die umfangreiche Sanierung. Dem Paar war es wichtig, den Charakter des Gulfhofes zu betonen und so ist die historische Fassade heute nahezu perfekt rekonstruiert. Für diesen Perfektionismus mussten aber auch die Schornsteine zweimal neu aufgebaut werden. „Ich habe diesen Anspruch, es sollte einfach genau passen und wenn man heute historische Bilder des Tammenshofes sieht, muss man sagen, ist uns das dann auch gelungen“, sagt Brümmer. Angepackt haben viele Akteure aus der Familie. Brümmers Sohn Jan ist selbstständiger Elektriker und hat damit sämtliche Installationen übernommen, Ehefrau Gudrun hat sich in der Gestaltung des Interieurs ausgelebt, denn „dafür hat sie einfach ein Auge. Sie weiß genau, was gut zusammenpasst“, sagt Helmuth Brümmer über seine Frau.

Die letztliche Idee, aus dem Tammenshof – vom Bauernhof – ein Restaurant zu machen, entstand bei dem Paar auch durch die Leidenschaft von Gudrun Brümmer für das Kochen. „Wir haben uns mit einem befreundeten Koch unterhalten und so wuchs diese Vision mit der Idee, die Kulinarik Ostfrieslands moderner zu interpretieren“, sagt Gudrun Brümmer. Bis heute bringt sich die Rheiderländerin im Zusammenspiel mit dem Küchenteam um Chefkoch Marcel Hadasch in die Menü-Auswahl ein.

Nach dem umfassenden Sanierungsarbeiten, bei denen der Innenarchitekt für Helmuth Brümmer immer eine besonders wichtige Stimme hatte, eröffnete der Tammenshof am 1. Oktober 2022 erstmals seine Türen. Seither hat das Haus viele Stammgäste, wird aber auch laufend von neuen Kulinarik-Fans aus ganz Norddeutschland entdeckt. „Es war schon komisch, als wir hier fertig waren und der Tammenshof so war, wie er heute ist. Dieser Entwicklungsprozess war plötzlich vorbei; da waren wir schon etwas wehmütig“, gibt Gudrun Brümmer zu.

Weiter geht es aber dennoch, denn Helmuth Brümmer und Mit-Geschäftsführer Tobias Reese entwickeln perspektivisch einen neuen Lounge-Bereich für die jetzige „Melkkammer“. Das historische Ensemble des Tammenshof lebt also so jeden Tag weiter.
Für Viele ist es eine beliebte Adresse für feinste Kulinarik, für das Rheiderland ein historisches architektonisches Juwel und für Helmuth und Gudrun Brümmer ein ganz besonderer Gulfhof, den sie mit viel Herzblut und Leidenschaft wieder zum Leben erweckt haben.